Liebe Leserinnen und Leser,
mit der Stärkung der Hochschul–Autonomie haben die Wissenschaftsministerien eine Reihe ihrer ursprünglichen Aufgaben auf die Hochschulen übertragen. Was bleibt für die Ministerien zu tun, wenn sie nun nicht mehr für die Fachaufsicht, Mittelbewirtschaftung, Berufungen, Einrichtung von Studiengängen oder Liegenschaftsverwaltung zuständig sind? Neben der Verantwortung als Financier wird auch in den Wissenschaftsministerien nach einer neuen Rolle gegenüber den Hochschulen gefragt. Weniger "übergeordnete Behörde" und mehr Beratungs– oder Serviceorientierung lautet die Devise z.B. in NRW. Auch die Minister Jürgen Zöllner (Berlin) und Peter Frankenberg (Baden–Württemberg) stellen sich am 3. und 4. Februar den damit verbundenen Fragen auf dem CHE–Symposium in Berlin. Zweifellos braucht das Wissenschaftssystem weiter starke übergeordnete Instanzen, um auch gesellschaftliche Interessen neben den Einzelinteressen der Hochschulen sowie gegenüber den Begehrlichkeiten der Finanzministerien wahren zu können. Es bleibt also genug zu tun. Für eine Neuorientierung im Miteinander von autonomen Hochschulen und Landeswissenschaftsministerien ist es an der Zeit.
Lesen Sie mehr dazu und zu weiteren Themen in diesem CHEckpoint.
Die deutschen Wissenschaftsministerien haben in den letzten Jahren zahlreiche Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse an die Hochschulen delegiert. Der tiefgreifenden und umfassenden Hochschulreform folgte bisher allerdings nur eine partielle Reform der (Landes–) Wissenschaftsministerien als "Gegenüber" der Hochschulen. Eine aktuelle CHE–Studie zeigt: Adäquate Steuerung der Hochschulentwicklung und ein Erreichen gesellschaftlicher bzw. politischer Ziele kann nur gewährleistet werden, wenn die Partner auf beiden Seiten (also Hochschulen und Ministerien) die intendierte Reformlogik unterstützen und tatsächlich auch "leben".
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Die Überlegungen zur neuen Rolle von Wissenschaftsministerien werden auf dem CHE–Symposium "Wissenschaftsministerien von morgen – Rückzug oder neue Aufgaben?" am 03. / 04. Februar 2010 in Berlin mit Ministerien– und Hochschulvertretern diskutiert und durch Beispiele aus dem In– und Ausland illustriert.
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Die Studienabbruchquote ist in Deutschland gegenüber früheren Untersuchungen im Mittel leicht gesunken. Mit einer Gesamtabbruchquote von 21 Prozent liegt Deutschland deutlich unter dem OECD–Durchschnitt von 31 Prozent.
Befragt nach den Gründen des Studienabbruchs geben 31 Prozent der befragten Studierenden Leistungsprobleme an. 20 Prozent davon nennt die zu hohen Anforderungen des Studiums als ausschlaggebend, für 11 Prozent ist das Nichtbestehen einer Prüfung die Ursache.
Für 19 Prozent der Befragten sind finanzielle Probleme der Grund für ihren Studienabbruch. Und für 18 Prozent haben sich die Vorstellungen über das Fach und die beruflichen Möglichkeiten nicht bestätigt, sodass ihre Motivation für das Fachstudium gesunken ist.
Im Auftrag des BMBF hat HIS im Studienjahr 2008 eine bundesweit repräsentative Befragung zu den Ursachen und Motiven von Studienabbrüchen des Absolventenjahrgangs 2006 vorgenommen. Die Ergebnisse sollen auch Antworten auf die Frage, welchen Einfluss die neu eingeführten Bachelorstudiengänge im Vergleich zu den traditionellen Studiengängen auf die Ursachen haben, liefern.
So zeigt sich, dass die neue Studienstruktur in den Sprach– und Kulturwissenschaften zu einer Abnahme des Studienabbruchs beigetragen hat, während sich die Situation in den Ingenieur– und Naturwissenschaften zum Teil verschärft hat. Deutlich unterschiedlich ist beim Vergleich der alten mit den neuen Studiengängen der Zeitpunkt des Abbruchs. Studierende der Bachelorstudiengänge brechen im Mittel nach 2,3 Fachsemestern, Studierende der Diplomstudiengänge nach 7,3 Fachsemestern ab. HIS erklärt dies mit einem erkennbar verdichteten Studium bei den Bachelorstudiengängen, was sowohl die Leistung als auch die Studienmotivation stärker für ein Gelingen erfordert.
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Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Dr. Helge Braun sagte: "Durch Verbesserungen beim BAföG und den Aufbau eines nationalen Stipendienprogramms werden wir in den kommenden Jahren entscheidend zu einer Verbesserung der finanziellen Situation der Studierenden beitragen. Finanzielle Gründe dürfen niemanden von der Aufnahme und dem Abschluss eines Studiums abhalten."
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Das Bundeskabinett hat den 18. Bericht zum Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) verabschiedet, der die Entwicklung der Ausbildungsförderung in dem Zeitraum 2005 bis 2008 analysiert. Nachdem die Zahl der Geförderten in den Jahren 2006 und 2007 gesunken war, stieg sie im Jahr 2008 auf insgesamt 333.000 an. Zugleich erhöhten sich die durchschnittlichen monatlichen Fördersätze von 375 auf 398 Euro monatlich. Auch der Anteil weiblicher BAföG–Empfänger, der bei Studierenden zuletzt 54 Prozent und bei Schülern sogar 62 Prozent betrug, hat sich vergrößert.
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Bildungsministerin Schavan kündigte die Vorlage eines Gesetzentwurfs mit Anpassungen der BAföG–Sätze für den Herbst dieses Jahres an. Dabei sollen die Freibeträge um drei Prozent die Bedarfssätze um zwei Prozent angehoben werden. Darüber hinaus sind auch strukturelle Änderungen vorgesehen:
Die Erhöhung des Eintrittsalters für den Beginn eines Masterstudiums soll auf 35 Jahre angehoben werden. Damit sollen die Studierenden ermutigt werden, den frühen berufsqualifizierenden Bachelor–Abschluss für den Berufseinstieg zu nutzen, ohne sogleich die Chance auf Förderung eines später aufgenommenen Masterstudiums zu verlieren. Zudem soll künftig der Nachweis von Leistungspunkten nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) auch für das Ausbildungsförderungsrecht genügen.
Bildungsministerin Schavan hob hervor, dass das geplante nationale Stipendienprogramm nicht zu Lasten des BAföG gehen werde: "Bei der Förderung der Studierenden setzen wir auf einen Dreiklang aus BAföG, Stipendien und Bildungsdarlehen. Junge Menschen aus einkommensschwächeren Familien werden sich auch künftig auf ausreichende finanzielle Unterstützung durch das BAföG verlassen können."
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Das CHE begrüßt prinzipiell die Anhebung der BAföG–Fördersätze, hält aber eine finanzielle Erhöhung allein nicht für ausreichend. Vielmehr muss eine strukturelle Anpassung an die veränderten Rahmenbedingungen eines modernen Hochschulsystems und an gesellschaftliche Zielstellungen erfolgen. An verschiedenen Stellen ‚klemmt‘ es mit dem BAföG, denn es hat mit den Entwicklungen im Hochschulsystem nicht Schritt gehalten. Nötig ist eine umfassende strukturelle Anpassung an das Bachelor–Master–System und an gesellschaftliche Zielstellungen – mit einem "neuen" BAföG könnten etwa gezielt Anreize für ein Studium gesetzt werden. Ansatzpunkte für eine grundlegende strukturelle Reform zeigt die CHE–Studie "Neue Wege für das BAföG" auf.
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Neben einer grundlegenden Überprüfung der BAföG–Berechtigungskriterien spricht sich der RCDS (Ring Christlich–Demokratischer Studenten) auch für ein elektronisches Antragsverfahren aus. "Es kann nicht sein, dass wir im Zeitalter des Web 2.0 noch immer auf die Zettelwirtschaft und die damit verbundene lange Wartezeit und Fehlerhäufigkeit der Landesbehörden angewiesen sind. Es bleibt also viel zu tun für die nächste BAföG–Reform", so Gottfried Ludewig vom RCDS
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Der studentische Dachverband fzs (Freier Zusammenschluss von StudentInnenschaften) reagiert enttäuscht auf die Ankündigungen Schavans: "Eine Erhöhung der Bedarfssätze von zwei Prozent gleicht noch nicht mal die Inflation seit der letzten Änderung im Januar 2008 aus. Die Erhöhung der Freibeträge um drei Prozent wird die Zahl der BAföG–Berechtigten nicht merklich erhöhen, sondern bestenfalls verhindern dass Kinder aus Familien mit einem Einkommen an der Freibetragsgrenze ihren Anspruch
verlieren."
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Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, ist neue Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz GWK
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EU–Projekt "Indicators for Mapping Internationalisation" gestartet
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Gate Germany Workshop "Marketing–Controlling" am 18./19. Februar 2010 in Berlin für Marketing– und Kommunikationsverantwortliche von Hochschulen
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Thüringen: CHE–Stellungnahme zu drei Gesetzesentwürfen. U.a. geht es um die Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags zur Erhöhung der Attraktivität des Studienstandortes. Das CHE empfiehlt, nicht mit einem Billigstudium zu werben, sondern auf Qualität zu setzen und über attraktive Studienangebote zu punkten
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Deutliche Verbesserungen im Anerkennungsverfahren für ausländische Hochschulabschlüsse. Die Zentralstelle für Ausländisches Bildungswesen (ZAB) bewertet seit 4. Januar 2010 ausländische Hochschulqualifikationen für Privatpersonen
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Der Fakultätenverbund der Ingenieure "4ING" weist auf eine hohe Durchlässigkeit der Ingenieurwissenschaften und der Informatik für soziale Aufsteiger hin. Viele Professoren im Fach stammen aus einem nicht–akademischen Elternhaus
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HIS–Publikation: "Forum Gebäudemanagement an Hochschulen"
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Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die von der TU München erlassene Regelung des sogenannten Eignungsfeststellungsverfahrens für unzureichend erklärt. Sie sei mit der grundgesetzlich garantierten Berufsausbildungsfreiheit nicht vereinbar (Pressemeldung in der Süddeutschen Zeitung vom 29. Dez. 2009)
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Das Innovationsministerium vergibt zum dritten Mal den Innovationspreis des Landes Nordrhein–Westfalen. Bewerbungen jetzt möglich
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Neuer CHE–Hochschulmarketing–Newsletter informiert zu Themen wie gute Praxis des Hochschulmarketing, über die Profile von Marketingprofis in Hochschulen, aktuelle Instrumente und Studien des Hochschulmarketing, Veranstaltungen und Literatur zum Thema, "Hochschulmarketingflops" und mehr
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Der Stifterverband fordert, dass künftig generell Stipendien nicht mehr auf BAföG–Leistungen angerechnet werden. Bei der Auswahl der Stipendiaten sollten zudem nicht nur Noten, sondern auch andere Kriterien herangezogen werden, wie zum Beispiel soziales Engagement oder Migrationshintergrund. Der Stifterverband informiert zudem über seine neuen Programme in 2010. Im Programm "Grundlagen für ein Diversity–Audit" wollen Stifterverband und CHE gemeinsam mit bis zu zehn Hochschulen Kriterien für den produktiven Umgang mit Diversität im Hochschulalltag entwickeln. In dem auf zwei Jahre angelegten und mit 500.000 Euro ausgestatteten Programm sollen die Grundlagen für ein Auditverfahren erarbeitet werden.
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Im Studienjahr 2007 haben sich insgesamt 55.203 Studienanfänger(innen) für einen Studiengang der Fächergruppe Mathematik & Naturwissenschaft eingeschrieben, 1.404 mehr als im Jahr zuvor. Allerdings ist die bundesweite Popularitätsquote trotzdem von 18,5 auf 18 Prozent gefallen, weil die Zahl der Studienanfänger stärker gestiegen ist. Der Ländervergleich zeigt, dass ein besonders hoher Anteil der Studienanfänger(innen) aus den Ländern Rheinland–Pfalz, Baden–Württemberg und Nordrhein–Westfalen ein Studium in dieser Fächergruppe aufnimmt. Vor allem bei den Studienanfängerinnen liegt Rheinland–Pfalz mit deutlichem Abstand vorn.
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Diplomatie, Verhandlungsgeschick, Überzeugungsfähigkeit sowie kommunikative Fähigkeiten, Führungskompetenz und Zielorientierung sind – nach Ansicht der Stelleninhaber(innen) selbst – die wichtigsten Eigenschaften für die erfolgreiche Ausübung des Amtes der Dekanin oder des Dekans. Dies ist das Ergebnis einer Studie des CHE, in der die Aufgaben und wichtigsten Eigenschaften von Dekaninnen und Dekanen sowie Fakultätsmanager(inne)n durch eine Befragung der Stelleninhaber(innen) ermittelt wurden.
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Das CHE bietet Studierenden mit Interesse an den Themen des deutschen wie internationalen Hochschul– und Wissenschaftssystems Praktika für drei bis sechs Monate. Voraussetzung ist die Begeisterung für Innovationen im Hochschulbetrieb sowie die Fähigkeit und Bereitschaft zu empirischen Arbeiten und der Erstellung von Texten. Die Studienrichtung oder der Studienabschluss ist nicht entscheidend.
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Was tun Hochschulen, die ihre Familienfreundlichkeit verbessern wollen? Acht Hochschulen, die im Mai 2008 beim Wettbewerb "Familie in der Hochschule" ausgezeichnet worden sind, präsentieren am 15. und 16. März 2010 im Berliner Harnack Haus ihre Erfahrungsberichte und Ergebnisse, die auch an anderen Hochschulen Schule machen könnten. Zu den zahlreichen Redner(inne)n gehört auch die Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Köhler. Initiiert wurde das Programm von der Robert Bosch Stiftung, dem Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder sowie dem CHE.
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Die nächste Veranstaltung:
1./2. Februar 2010: Qualitätsmanager(in) in Hochschulen: Probleme und professionelles Selbstverständnis
Referent(inn)en:
Prof. Dr. Jens Martin Gurr (Universität Duisburg–Essen),
Dr. Sigrun Nickel (CHE),
Prof. Dr. Ada Pellert (Gründungspräsidentin, Deutsche Universität für Weiterbildung, Berlin),
Prof. Dr. Rainer Künzel (Zentrale Evaluations– und Akkreditierungsagentur (ZEvA), Hannover) Link Dieser Kurs ist ausgebucht. Anmeldungen sind nicht mehr möglich.
25./26. Februar 2010: Hochschulmanagement für Gleichstellungsbeauftragte
Referent(inn)en:
Dr. Christian Berthold (CHE Consult),
Dr. Daniela De Ridder (Projektmanagerin, CHE Consult),
Dr. Andrea Löther (Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS, GESIS, Universität Bonn)
Ort: Hotel Lindenhof, Bielefeld
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Das komplette Hochschulkursprogramm für das Wintersemester 2009/2010 finden Sie unter
hochschulkurs.de