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News vom 14.06.2010

Der ehemalige Leiter des CHE, Prof. Dr. Detlef Müller-Böling, schlägt Graduiertenbeitrag vor

Studienbeiträge gibt es nur noch in fünf Bundesländern. Auch in NRW stehen die Zeichen nach der politischen Neuorientierung schlecht für die Hochschulen, die mit den zusätzlichen Mitteln aus Studienbeiträgen für die Studierenden einiges initiiert haben. Nun droht das Aus. Ein neuer Vorschlag könnte als politischer Kompromiss geeignet sein.

Detlef Müller-Böling, Ex-CHE-Chef, und Ursula Gather, Rektorin der TU Dortmund, haben vorgeschlagen, die Studienbeiträge durch sogenannte Graduiertenbeiträge zu ersetzen. Danach würden die Finanzierungsbeiträge erst nach dem Studium gezahlt, und das in Abhängigkeit vom Akademikereinkommen. Das sichere die notwendigen Einnahmen, sei gerecht, denn nur gutverdienende Absolventen würden belastet, und hätte das Potenzial zum politischen Kompromiss, mit dem alle Seiten leben können. (Westdeutsche Allgemeinen Zeitung vom 10. Juni)

Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE, sieht in dem Vorschlag seines Vorgängers einen Ausweg für NRW: "Die Hochschulen haben alle bewiesen, dass die Mittel sinnvoll für die Studierenden eingesetzt wurden. Ohne das Geld würden viele gute Initiativen zusammenbrechen und die Lehrqualität in NRW würde zurückgeworfen, zu Lasten der Studierenden. Mit dieser Lösung könnten alle Parteien ihr Gesicht wahren und die Mittel könnten weiter fließen. Auch die Diskussion, Studienbeiträge könnten vom Studium abschrecken, für die es jetzt schon keine empirischen Belege in NRW gibt, dürfte mit den Graduiertenbeiträgen endgültig vorbei sein." Angesichts der derzeitigen Haushaltslage sei es auch nicht realistisch, dass das Gebührenaufkommen langfristig durch staatliche Gelder ersetzt würde, wie man derzeit in Hessen sehe.

Das CHE hat sich seit seiner Gründung für die Einführung sozialverträglicher Studiengebühren stark gemacht und sieht darin einen gerechten Beitrag der Studierenden an der Hochschulfinanzierung. Der jetzt vorgeschlagene Graduiertenbeitrag liegt sehr nahe bei dem vom CHE immer wieder in die Diskussion gebrachten „Higher Education Contribution Scheme“ aus Australien. Eine ähnliche Kompromisslösung wurde auch von der CDU-Grünen-Koalition in Hamburg gefunden. "Vielleicht schafft es dieser neue Vorschlag, dass er rational und ohne parteitaktische Überlegungen diskutiert wird", so Ziegele.





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