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News vom 15.06.2010

Rankingexperten kritisierten schon lange die methodischen Mängel am Weltranking, die Times Higher Education jetzt öffentlich einräumt

Nachdem die gravierenden Mängel des bekannten Times Higher Education Rankings nun öffentlich von dem stellvertretenden Herausgebers des Magazins eingeräumt wurden, treten die Methoden der weltweiten Hochschulranglisten verstärkt in den Blickpunkt. Die EU hat mit U-Multirank schon im letzten Jahr die Entwicklung eines weltweiten Rankings in Auftrag gegeben, das die Fehler der bestehenden Weltrankings unterlässt. Es soll sich explizit am CHE-Ranking-Ansatz orientieren. Auch andere internationale Rankings haben sich wichtigen Prinzipien des CHE-Rankings angeschlossen.

In einem Artikel in der ZEIT und einem Interview mit Spiegel online hat der stellvertretende Herausgeber des britischen Hochschulmagazins "Times Higher Education“ gravierende Mängel des globalen Hochschulrankings eingeräumt, dass das Magazin bis vor kurzem zusammen mit QS Quacquarelli Symonds herausgegeben hat. Und trotzdem wird das Ranking von QS in unveränderter Form (gemeinsam mit dem amerikanischen Magazin US News & World Report) fortgeführt.

Kritikwürdig ist insbesondere das hohe Gewicht, das der Reputation der Universitäten im Ranking zukommt, bei gleichzeitig absurd geringer Beteiligung an der zugrunde liegenden Befragung von Wissenschaftler(inne)n (2 Prozent der Befragten haben geantwortet; in Deutschland in drei Jahren lediglich 182 Wissenschaftler(innen) über alle Hochschulen und Fächer hinweg), wie die Ersteller des Rankings selbst anmerken.

Gleichzeitig hat das Magazin jedoch ein neues internationales Ranking angekündigt, das auf einem solideren Konzept beruhen soll. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass die Existenz des von der EU geförderten U-Multirank-Projekts bereits jetzt zu Veränderungen in bestehenden Rankings führt. An U-Multirank, das methodisch auf dem CHE-HochschulRanking aufbauen wird, ist das CHE gemeinsam mit dem Centre for Higher Education Policy Studies (CHEPS) in den Niederlanden federführend beteiligt. So entsprechen z.B. die Dimensionen, die im neuen QS-Ranking abgedeckt werden sollen (Forschung, Wissenstransfer, Innovation, Lehre und Internationalität), weitgehend denen von U-Multirank.

In andern Punkten unterscheidet sich aber auch das neue Konzept diametral von U-Multirank und dem CHE-Ranking. Der Ansatz, ganze Hochschulen zu vergleichen und Rangplätze zu vergeben, soll offenbar weitergeführt werden. Auch sollen nach wie vor Indikatoren zur Reputation von Hochschulen im internationalen Vergleich aufgenommen werden, sogar zu Reputation der Hochschulen in der Lehre – allerdings auf einer besseren methodischen Basis als im ehemaligen Times Higher/QS-Ranking. Erfahrungen aus dem CHE-Ranking in Österreich und der Schweiz haben aber gezeigt, dass Reputationsindikatoren im internationalen Maßstab keine belastbaren Informationen liefern. Aus diesem Grund wird die Reputation in U-Multirank nicht einbezogen; stattdessen konzentriert sich die Auswahl der Indikatoren dort auf solche, die international vergleichbar verlässliche Informationen über tatsächliche Qualität und Leistungen der Hochschulen liefern können.

Auch in anderen Rankings hat es Veränderungen gegeben, die die Vorbildfunktion der Methodik des CHE-Rankings bestätigen: So wurden z.B. im Shanghai Ranking im letzten Jahr zum ersten Mal auch fachbezogene Rankings publiziert und zumindest nach den Top 50 hat das Ranking die Hochschulen nun Ranggruppen einsortiert statt methodisch unsinnige Rangplätzen zu vergeben.


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