Manifest zur Stärkung europäischer UniversitätenObwohl sich durch den Bologna-Prozess vieles an den Hochschulen in Europa verändert und verbessert hat, gibt es noch Handlungsbedarf: Unzureichende Maßnahmen zum Umgang mit der Vielfalt der Studierendengruppen, zu wenig Kooperationen auf nationaler Ebene und zwischen Forschung, Lehre und Wirtschaft und die zu hohe Abwanderung von wissenschaftlichem Personal zählen zu den Hauptproblemen. Um Ideen zu entwickeln, wie man diese und andere Schwachstellen in der europäischen Hochschullandschaft ausbessern könnte, haben sich am 16. und 17. Juni Hochschulexperten, unter anderem Frank Ziegele vom Centrum für Hochschulentwicklung, aus ganz Europa zu einer Diskussionsrunde in Brüssel getroffen. Herausgekommen ist ein von allen Teilnehmern unterzeichnetes Manifest, welches der EU-Kommissarin für Bildung, Kultur und Jugend, Androulla Vassiliou, vorgelegt wurde. Vassiliou unterstützt die im Manifest vorgeschlagenen Empfehlungen und plant, sie in die „Europa 2020“ Strategie mit einzubinden.
In der Diskussionsrunde wurde deutlich, dass die Hochschulen dazu beitragen können, die allgemeine, in Europa herrschende Krise, zu überwinden. Die vorgeschlagenen Punkte des Manifests sollen die Hochschulen stärken und auf diese Aufgabe vorbereiten. Im Detail empfehlen die Hochschulexperten den europäischen Hochschulen, stärker auf Vielfalt zu achten, um das ganze Spektrum an potenziellen Studierenden an die Hochschulen zu holen. Dies bezieht sich auch auf bisher unterrepräsentierte Gruppen, wie beispielsweise „Life Long Learners“. Weiter empfehlen sie, für ein Engagement in innovativen Lehrstrategien und beste Forschungsleistungen die Autonomie der Hochschulen weiter zu stärken. Dazu ist es nötig, in den Leitungsstrukturen der Hochschulen noch klarere Verantwortungsstrukturen durchzusetzen, die Leitung und Aufsicht konsequent zu trennen und für Hochschulräte eine klare Rolle zu finden. Von großer Bedeutung ist auch die Internationalisierung der Hochschulen. Dies beinhaltet, die Hochschulen sowohl für Studierende und Wissenschaftler aus Europa, als auch aus anderen Teilen der Welt, attraktiv zu machen. Gefordert wird, die genannten Punkte bis Juni 2011 an den europäischen Hochschulen zu realisieren. |