Tagung „Modelle der Hochschulfinanzierung – Auswege aus der Unterfinanzierung“Unterdimensioniert, angebotsfixiert, fehlgeleitet: die Finanzierung der Hochschulen bedarf einer gründlichen Neuordnung. Die fehlenden Investitionsanreize für die Bundesländer führen zu einer Verknappung der Studienkapazitäten. Durch die im Wettbewerb zusätzlich einnehmbaren Forschungsgelder konzentrieren sich Hochschulen einseitig auf den Forschungsausbau. Modelle der Hochschulfinanzierung, die hier Abhilfe schaffen sollen, werden auf einer gemeinsamen Tagung von CHE und Stifterverband, BDA, BDI, Heinrich Böll Stiftung und Friedrich Ebert Stiftung am 16. Juli diskutiert. Das CHE hat bereits im letzten Jahr einen Modellvorschlag mit der Bezeichnung Aktivierende Hochschulfinanzierung (AktiHF) entwickelt. Mit diesem Modell könnte die Unterfinanzierung des Hochschulsektors durch neue Anreizstrukturen behoben werden. Das Ziel ist es, einen echten Wettbewerbsföderalismus zu entfalten, der Interessen und Anreize klug aufeinander abstellt und dazu führen wird, dass sich die Finanzierung der Hochschulen allmählich hochschraubt.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesverband der Deutschen Industrie, das Institut der deutschen Wirtschaft Köln und der Stifterverband haben gemeinsam ein Eckpunktepapier „Investitionsorientierte Hochschulfinanzierung“ entwickelt. Auch dieser Modellvorschlag könnte durch eine Änderung der Anreizstrukturen einen Ausweg aus der Unterfinanzierung der Hochschulen weisen. Die Heinrich Böll Stiftung und die Friedrich Ebert Stiftung haben ihrerseits Modelle erarbeitet, wie nachhaltige, länderübergreifende Hochschulfinanzierungssysteme ausgestaltet werden könnten.
Die genannten Organisationen werden auf einer gemeinsamen Tagung die Möglichkeiten einer Neuordnung der Hochschulfinanzierung erörtern und die Perspektiven für eine Umsetzung der Modelle ausloten. Wie können an den Hochschulen gleichzeitig die Studienkapazitäten vergrößert und die Qualität in der Lehre verbessert werden? Welchen Beitrag können Studiengebühren leisten und wie müssen diese sozialverträglich ausgestaltet werden? Wie sollten Bund und Länder gemeinsam die Hochschulfinanzierung neu strukturieren? Welche Rolle spielen länderübergreifende Finanzierungsmechanismen?
Die Tagung findet am 16. Juli 2008 von 12.30 Uhr bis 17.45 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstr. 38, 10117 Berlin statt. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Mathias Winde (mathias.winde@stifterverband.de).
Die Präsentation zum Vortrag von Prof. Dr. Detlef Müller-Böling steht rechts zum Download zur Verfügung. Weitere Vorträge der Tagung können beim Stifterverband heruntergeladen werden.
Weitergehende Informationen finden Sie in der angegebenen Publikation. |